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Diese Seite befasst sich mit Themen, die im Überschneidungsbereich von Philosophie, Psychologie, Politik, Wirtschaft und Anthropologie anzusiedeln sind. Der rote Faden, der sich durch die scheinbar willkürliche Ansammlung von Texten zieht, wird erst bei näherem Hinsehen sichtbar: Er dreht sich um Fragen, die das Wesen des Menschen und den Inhalt seiner Sinn- und Wertvorstellungen in einer sich immer schneller verändernden Welt betreffen. Noch vor einigen Jahren wäre es legitim gewesen, diesen Fragenkomplex als „philosophisch“ (im Sinne von „zu abstrakt, um von politischer Bedeutung zu sein“) zu bezeichnen und persönlichen Bedürfnissen oder Interessenslagen zuzuordnen. Das ist heute nicht mehr der Fall. Denn heute sind die politischen Entwicklungen in der Welt – Brexit, Trumps Wahl zum US-Präsidenten, der Aufschwung der AfD in Deutschland oder die EU-Krise – nur noch im Lichte des Prozesses der Werteorientierung zu verstehen, den wir als Gesellschaft momentan durchlaufen. Drei Entwicklungen bestimmen diesen Prozess:

Erstens spüren immer mehr Menschen, wie die Digitalisierung unsere Gesellschaft verändert. Unsere Art der Kommunikation verändert sich, zwischenmenschliche Beziehungen verändern sich, die Geschwindigkeit des Fortschritts hat spürbar zugenommen. Zunächst ist dies wertfrei zu betrachten: Nur für sich genommen ist dies weder gut noch schlecht. Doch diese Entwicklung hat Auswirkungen auf uns als Menschen. Diesen werden wir nur gewachsen sein, wenn wir sie mit einer klaren Vorstellung davon begleiten, warum wir hier sind und was uns wichtig ist.

Zweitens geht mit diesen Entwicklungen eine Veränderung unserer Arbeitswelt einher, die uns zukünftig vor große Probleme stellen wird. Die Anforderungen an die arbeitende Bevölkerung werden zunehmend spezifischer und im Laufe der Zeit wird es einfach nicht mehr genug Arbeitsplätze geben, um die Menschen weltweit zu beschäftigen. Es ist ein Irrglaube anzunehmen, dass in erster Linie einfache Tätigkeiten von Systemen übernommen werden. Zukünftig werden wir nicht nur keine Busfahrer, Fabrikarbeiter oder Postboten mehr brauchen, sondern auch die Arbeit eines Großteils unserer Ärzte, Rechtsanwälte oder Verwaltungsangestellten wird verschwinden. Die aufkommenden Diskussionen um das bedingungslose Grundeinkommen, die Zukunft der Arbeit und um Lebensweisen, die Arbeit nicht mehr als zentrale Tätigkeit des menschlichen Seins verstehen, zeigen auf, in welche Richtung unser Weg zukünftig führen wird. Wollen wir eine Epidemie der psychischen und emotionalen Erkrankungen, die zuerst die Sozialstaaten der westlichen Welt treffen wird, vermeiden, müssen wir diese Veränderungen verstehen und uns ihnen stellen. Denn besonders in einem Land wie Deutschland, in dem Menschen seit jeher ihre Selbst-Identität aus ihrer Beschäftigung ziehen, wird der Prozess der Veränderung der Arbeit mit schwerwiegenden gesellschaftlichen Veränderungen einhergehen, denen wir heute einfach noch nicht gewachsen sind.

Drittens haben diese Entwicklungen politische Folgen. Rechtspopulistische, ultrakonservative und neurechte Gruppierungen behandeln die Veränderungen als freiwillig und schreiben sie liberalen politischen Weltanschauungen zu. Damit liegen sie falsch. Der Text JENSEITS DER FREIHEIT erklärt unter anderem, warum das so ist. Doch mit ihren Verweisen auf „alte Werte“, auf ein Früher, das es heute nicht mehr gibt, treffen sie einen Nerv bei den Menschen – nicht nur in Europa und den USA, sondern auch in anderen Teilen dieser Welt. Somit ist davon auszugehen, dass autoritäre Gesellschaftsvorstellungen weiterhin eine große Attraktivität austrahlen werden.

Die Frage nach unseren Sinn- und Wertvorstellungen ist außerordentlich komplex und verlangt uns ein erhebliches Maß an Abstraktionsvermögen ab. Wie die Beanwortung dieser Frage aussehen kann, erkläre ich im Text ÜBER DEN SINN DES LEBENS.

Über den Autor

Carsten Korfmacher stammt aus dem wunderschönen Düsseldorf und arbeitet für den Nordkurier in Neubrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern. Er studierte Philosophie an den Universitäten Cambridge und Oxford und arbeitete in der Vergangenheit unter anderem als Dozent der Philosophie in Oxford, in der Bildungs- und Entwicklungshilfe in Senegal, Tansania und der Demokratischen Republik Kongo und als freier Mitarbeiter für diverse Zeitungen und Magazine in Deutschland. Er lebte außerdem ein halbes Jahr in einer Hütte im kanadischen Regenwald und wanderte über einen Zeitraum von sechs Monaten 15.000 Kilometer quer durch Nordamerika.

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