R.I.P. Nelson Mandela

Das letzte Jahrhundert hielt einige Giganten der Menschlichkeit bereit, Menschen, die voller Mut, Demut und Ideal waren; Menschen, die nicht nur bereit waren, für ihre Werte zu kämpfen und zu leben, sondern auch für sie zu sterben. Nelson Mandela war der letzte noch lebende dieser Giganten. Er ist gestern Abend verstorben.

In den vergangenen 24 Stunden wurde viel geschrieben, über Madibas Leben, seine Errungenschaften für Südafrika und die Welt, seine Gedanken, sein Handeln und seine Ideale. Ich möchte dem nichts hinzufügen, aus verschiedenen Gründen. Einer der Gründe ist, dass ich nicht weiß, wie ich konstruktiv über ein gelebtes Leben nachdenken soll, das so viel Respekt abverlangt; das so sehr von dem geprägt ist, was wir uns alle füreinander wünschen, dass mir die Worte dafür fehlen.

Deshalb möchte ich heute nur eine Frage beantworten, die in den letzten Stunden oft gestellt wurde: kann es heute noch, in unserer so aufgeklärten, freien Welt, solche Giganten der Menschlichkeit geben? Die Antwort darauf ist ein klares „Ja“. Mandelas Leben hat uns gezeigt, dass es unsere Aufgabe ist, selbst ein solcher Gigant zu werden. Er hat uns gezeigt, was man erreichen kann, wenn man für das einsteht, an das man glaubt. Das können wir auch. Das müssen wir auch. Das Leben Nelson Mandelas ist Inspiration für alle, ein Stück von dem am Leben zu halten, für das er gelebt hat. Es ist nicht die eine große Tat, die ein Leben bewundernswert macht, sondern es sind die vielen kleinen Taten: zu vergeben, wo man auch hassen könnte; Verständnis zu zeigen, wo man verurteilen könnte; bescheiden zu bleiben, wo man hochmütig werden könnte; Respekt zu zeigen, wo man abwerten könnte. Denn die Welt verändert sich nicht in einer großen Revolution, einem Krieg oder einem omnipräsenten Akt der absoluten Menschlichkeit. Die Welt verändert sich im Kleinen, mit jedem einzelnen von uns, in kleinen Schritten.

Ich wünsche uns allen das herzlichste Beileid, denn gestern ist ein Mensch gestorben, der uns alle berührt hat. Nicht umsonst wurde Mandela auch „Vater“ genannt: er war nicht nur einer der moralischen Väter der Gegenwart, er war vor allen Dingen auch einer von uns, verwandt mit jedem von uns in Mitgefühl und in Liebe. Er hat uns gezeigt, dass die Möglichkeit menschlicher Größe in jedem von uns lebt.

Wir werden seine, unsere Ideale nicht vollends einhalten und leben können. Doch genau das ist das Ding mit Idealen: schon das Streben danach, in unserem kleinen Rahmen, verbessert die Welt.

Ruhe nicht nur in Frieden, Nelson Mandela, sondern in der Gewissheit, dass wir verstanden haben.

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